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Rotlichttherapie für Pferde: Wirkung, Vorteile und Anwendung

Dein Pferd trainiert hart, erholt sich von einer Verletzung oder hat nach einer intensiven Wettkampfphase steife Gelenke. Dann möchtest du das Beste für dein Pferd tun. Rotlichttherapie ist eine Möglichkeit, die Genesung deines Pferdes zu unterstützen – ohne Medikamente, ohne Stress und einfach direkt im Stall. In diesem Artikel erfährst du, wie es funktioniert, was es für dein Pferd tun kann und wie du es anwenden solltest.

Achtung! Diese Informationen basieren auf verfügbaren wissenschaftlichen Quellen und allgemeinem Wissen über Lichttherapie. Es ist kein veterinärmedizinischer oder ärztlicher Rat. Konsultiere bei Gesundheitsproblemen deines Pferdes immer einen Tierarzt.

Was ist Rotlichttherapie für Pferde?

Rotlichttherapie arbeitet mit einer Lampe, die speziell rotes und nahinfrarotes Licht ausstrahlt. Dieses Licht dringt durch die Haut deines Pferdes und aktiviert die Zellen von innen heraus. Es stimuliert die Mitochondrien, die kleinen Energiefabriken in jeder Zelle, mehr Energie zu produzieren. Mit dieser zusätzlichen Energie kann sich der Körper schneller selbst heilen.

Es klingt vielleicht technisch, aber das Wesentliche ist einfach: mehr Zellenergie = schnellere Heilung. Das Prinzip funktioniert bei Pferden genauso wie bei Menschen. Inzwischen gibt es mehr als 3.000 wissenschaftliche Veröffentlichungen zu diesem Thema, davon ein Teil speziell bei Tieren.

Eine Rotlichtlampe ist keine Wärmelampe. Eine Wärmelampe entspannt Muskeln durch Wärme, aber der Effekt verschwindet, sobald die Lampe ausgeschaltet wird. Rotes Licht wirkt auf Zellebene und der Effekt baut sich bei regelmäßiger Anwendung auf.

Wie wirkt es auf Zellebene?

Das Licht, das eine Rotlichttherapie-Lampe ausstrahlt, fällt in zwei Wellenlängenbereiche. Rotes Licht (630-700 nm) wirkt auf die Haut und das darunterliegende Gewebe. Nahinfrarotlicht (700-1.100 nm, für das menschliche Auge unsichtbar) dringt tiefer ein und erreicht Muskeln, Sehnen und Gelenke. Bei Pferden, mit ihrer dickeren Haut und größeren Muskelmasse, sind vor allem diese tieferen Wellenlängen relevant.

Einmal in der Zelle wird das Licht von einem Enzym in den Mitochondrien aufgenommen: Cytochrom-c-Oxidase. Das klingt kompliziert, funktioniert aber wie ein Schlüssel im Schloss. Das Enzym aktiviert die Energieproduktion der Zelle, wodurch mehr ATP (Adenosintriphosphat, der Treibstoff jeder Zelle) produziert wird. Mit mehr Treibstoff kann die Zelle schneller heilen, Entzündungen hemmen und neues Gewebe bilden. Mehr zu diesem Mechanismus.

Rotes Licht für Pferde

Bewiesene Vorteile für Pferde

Schnellere Erholung nach dem Training

Nach intensivem Training oder Wettkampf sammeln sich Abfallstoffe wie Milchsäure in den Muskeln an. Das verursacht Verspannungen und Steifheit. Rotes Licht verbessert die Durchblutung, wodurch diese Abfallstoffe schneller abtransportiert werden und die Muskeln lockerer werden.

Eine Studie von Haussler et al. (2020), veröffentlicht im Journal of Equine Veterinary Science, untersuchte Lichttherapie bei Rückenschmerzen und Muskelverspannungen bei 61 aktiv konkurrierenden Quarter Horses und fand eine signifikante Verringerung von Rückenschmerzen, Muskelhypertonie und Rumpfsteifigkeit nach der Behandlung. Nützlich für Sportpferde, die schnell wieder einsatzbereit sein müssen.

Weniger Schmerzen bei Gelenkbeschwerden und Arthrose

Arthrose ist der Verschleiß des Gelenks und ein häufiges Problem bei älteren und intensiv genutzten Pferden. Das nahinfrarote Licht dringt bis ins Gelenk vor und kann dort den Zellen helfen, besser zu funktionieren.

Viele Besitzer und Tierärzte setzen Lichttherapie als Ergänzung bei Gelenkbeschwerden ein, da sie schmerzfrei ist und gut mit anderen Behandlungen kombiniert werden kann. Sie ersetzt keine veterinärmedizinische Behandlung, kann aber eine wertvolle Ergänzung sein.

Unterstützung bei Sehnen- und Bänderverletzungen

Sehnenverletzungen sind im Pferdesport berüchtigt: Sie heilen langsam und treten schnell wieder auf. Lichttherapie regt die Kollagenproduktion an, das Protein, aus dem Sehnen und Bänder bestehen, und fördert die Zellregeneration im Bindegewebe. Das sorgt für stärkeres und flexibleres Heilgewebe, was die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls verringert.

Untersuchungen zur Lasertherapie bei Pferden zeigen vielversprechende Ergebnisse: eine Studie von Pluim et al. (2018) verfolgte 150 Sportpferde mit Sehnen- und Bänderverletzungen und berichtete von signifikanter Verbesserung der Lahmheit, einer niedrigen Rückfallrate und einem schnellen Aufbau des Rehabilitationsprogramms. Dabei handelt es sich um Hochleistungslasertherapie, aber das zugrundeliegende Prinzip der Lichtaktivierung von Zellen ist vergleichbar mit dem der Rotlichttherapie.

Bessere Wundheilung

Rotes Licht regt die Neubildung von Gewebe an und verbessert die Durchblutung rund um eine Wunde. Das ist besonders relevant bei Pferden, da sie bei Wunden an den Unterschenkeln anfällig für „wildes Fleisch“ (Überwucherung von Granulationsgewebe) sind.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen bisher gemischte Ergebnisse: eine Studie von Michanek et al. (2021) im Equine Veterinary Journal fand keinen klinisch relevanten Effekt auf die Wundheilung bei Pferden. In der Praxis wird die Lichttherapie jedoch als unterstützende Ergänzung zur regulären Wundversorgung eingesetzt. Konsultieren Sie hierfür immer Ihren Tierarzt.

Ruhiger und entspannter

Viele Besitzer merken, dass ihr Pferd nach einer Behandlung ruhiger und geschmeidiger ist. Das hängt wahrscheinlich mit weniger Schmerzen und Muskelverspannungen zusammen. Besonders bei Pferden, die durch Transport, Wettkämpfe oder neue Umgebungen schnell gestresst sind, kann das einen großen Unterschied machen.

Bei welchen Beschwerden setzt man sie ein?

Rotlichttherapie ist vielseitig einsetzbar, sowohl als Ergänzung bei Beschwerden als auch präventiv zur Vermeidung von Verletzungen:

  • Muskelschmerzen und -verspannungen nach Training oder Wettkampf
  • Gelenkbeschwerden wie Arthrose, Steifheit oder Entzündungen
  • Sehnen- und Bänderverletzungen zur Unterstützung des Heilungsprozesses
  • Wundheilung nach Schnittwunden, Schürfwunden oder Operationen
  • Hufprobleme wie Hufrehe oder Abszesse (verbesserte Durchblutung im Huf)
  • Hautprobleme wie Ekzeme, Pilzinfektionen oder allergische Reaktionen
  • Präventiv als fester Bestandteil der Trainings- und Erholungsroutine

Rotlichtlampe oder Infrarotlampe?

Du siehst sie beide im Stall: eine Wärmelampe und eine Rotlichttherapielampe. Sie sehen ähnlich aus, funktionieren aber ganz anders. Hier die Unterschiede im Überblick.

Rotlichttherapie Infrarot-Wärmelampe.
Wirkungsweise. Stimuliert Zellen durch Licht (Photobiomodulation). Erwärmt Gewebe durch Wärmestrahlung.
Tiefe. Bis zu einigen Zentimetern (Muskeln, Sehnen, Gelenke). Oberflächlich.
Wirkung nach der Anwendung. Baut sich über die Zeit auf. Verschwindet, sobald die Wärme weg ist.
Ziel. Zellregeneration, Entzündungshemmung, Durchblutung. Vorübergehende Entspannung.
Wärme. Minimal, angenehm. Hoch, kann unangenehm werden.

Beide schließen sich nicht aus. Eine Wärmelampe ist angenehm für direkte Entspannung vor oder nach einer Behandlung. Die Rotlichttherapie wirkt an der Regeneration selbst, von innen heraus.

Wie benutzt man es in der Praxis?

Beginne mit einem sauberen Fell.

Stelle sicher, dass die Stelle, die du behandeln möchtest, sauber und trocken ist. Schmutz oder ein nasses Fell blockieren das Licht. Lass dein Pferd sich anfangs ruhig an das Geräusch und das Licht des Geräts gewöhnen.

Wie weit und wie lange?

Halte die Lampe in der Regel 5 bis 25 cm vom zu behandelnden Bereich entfernt. Eine Sitzung dauert durchschnittlich 10 bis 20 Minuten pro Zone. Bei einer akuten Verletzung verwendest du sie täglich; für die regelmäßige Pflege reichen 3 bis 5 Mal pro Woche. Überprüfe immer die Bedienungsanleitung deines Geräts für die genauen Richtlinien.

Wo behandelst du am meisten?

  • Rücken und Lendenbereich.
  • Schultern und Hinterhand.
  • Sehnen und Gelenke der Unterbeine.
  • Jedes spezifische Problemgebiet basierend auf der Beschwerde.

Worauf solltest du achten?

  • Augen: Richte die Lampe niemals direkt auf die Augen; halte die Lampe vom Gesicht fern oder bedecke die Augen.
  • Offene Wunden: Nur nach Rücksprache mit einem Tierarzt behandeln.
  • Fieber oder Infektion: Warte, bis das Fieber weg ist und die Infektion behandelt wurde.
  • Tumorgewebe: Nicht auf oder direkt neben einem Tumor behandeln.
  • Junge Fohlen: Sei vorsichtig in der Nähe der Wachstumsfugen eines noch wachsenden Pferdes.

Unsicher? Konsultiere dann zuerst deinen Tierarzt, besonders wenn eine ernsthafte Beschwerde vorliegt.

Sportpferd, Freizeitpferd oder Rehabilitationspferd?

Sportpferde

Springpferde, Dressurpferde und Vielseitigkeitspferde werden intensiv belastet. Viele Trainer setzen die Rotlichttherapie fest in die Wochenroutine ein: vor dem Training, um die Muskeln aufzuwärmen, und danach, um die Regeneration zu beschleunigen. Je öfter das Pferd trainiert, desto mehr profitiert es von der regelmäßigen Behandlung.

Freizeitpferde und ältere Pferde

Nicht jedes Pferd nimmt an Wettkämpfen teil, aber auch das Freizeitpferd profitiert von Lichttherapie. Besonders bei älteren Pferden, die häufiger unter Steifheit, Arthrose oder Gelenkbeschwerden leiden, kann sie die Lebensqualität spürbar verbessern. Ohne schwere Eingriffe, einfach aus dem Stall heraus.

Pferde in der Rehabilitation

Erholt sich Ihr Pferd von einer Verletzung oder Operation? Dann kann Lichttherapie den Heilungsprozess unterstützen: Sie fördert die Gewebeheilung, hält die Durchblutung aufrecht und reduziert Schwellungen. Planen Sie dies immer in Absprache mit Ihrem Tierarzt oder einem spezialisierten Pferdephysiotherapeuten.

Häufig gestellte Fragen

Ist Rotlichttherapie für jedes Pferd sicher? +
Ja, bei richtiger Anwendung schon. Die Therapie ist schmerzfrei, enthält keine UV-Strahlung und hat keine bekannten Nebenwirkungen. Bei Fieber, aktiven Infektionen, Tumorgewebe oder jungen Fohlen gibt es Ausnahmen. Im Zweifelsfall immer Rücksprache mit dem Tierarzt halten.
Wie schnell sehe ich Ergebnisse? +
Die Muskelspannung nach dem Training kann sich bereits nach einer Sitzung verringern. Für eine tiefere Erholung, wie bei einer Sehnenverletzung oder Arthrose, benötigt man mehr Zeit. Rechnen Sie mit 4 bis 8 Wochen regelmäßiger Anwendung, bevor Sie wirklich einen Unterschied bemerken.
Kann ich eine Lampe für Menschen bei meinem Pferd verwenden? +
Die Wellenlängen sind dieselben, aber Pferde haben eine dickere Haut und mehr Muskelmasse. Dafür benötigt man in der Regel ein leistungsstärkeres Gerät. Überprüfen Sie immer die Leistungsdichte (wie viel Licht pro cm² abgegeben wird) und die Wellenlängen des Geräts.
Ersetzt die Lichttherapie den Tierarzt? +
Nein, und das ist auch nicht beabsichtigt. Rotlichttherapie ist eine Ergänzung zur veterinärmedizinischen Versorgung, kein Ersatz. Bei einer ernsthaften Verletzung oder Krankheit ist der Tierarzt immer der erste Ansprechpartner.
Wie oft sollte ich behandeln? +
Bei akuten Beschwerden täglich; zur Vorbeugung 3 bis 5 Mal pro Woche. Beginnen Sie ruhig und achten Sie genau darauf, wie Ihr Pferd reagiert. Ein entspanntes, geschmeidiger bewegendes Pferd ist ein gutes Zeichen.
Michael Tan

Michael Tan

Oprichter Liroma

Ik help mensen en professionals om roodlichttherapie praktisch toe te passen met duidelijke uitleg en slimme routines. In deze blogs deel ik inzichten, protocollen en tips die je direct kunt gebruiken.

Klinisch onderbouwd

Wetenschappelijk onderbouwd

Rood licht therapie is uitgebreid onderzocht in klinische studies en wordt ingezet voor onder andere pijnreductie, huidverbetering, herstel en prestaties. Ontdek het wetenschappelijk bewijs achter de werking.

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